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Absam
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Absam ist eine österreichische Gemeinde in Tirol mit 7333 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Hall in Tirol. Absam ist ein Pilgerort am Jakobsweg, dessen Wallfahrtskirche im Jahre 2000 zur Basilica minor erhoben wurde.

Contents

Sport
Verkehr
Wappen

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Geografie

Absam liegt am Rande des Karwendelgebirges in der Nähe der mittelalterlichen Stadt Hall in Tirol und der Landeshauptstadt Innsbruck auf einer Höhe von 632 m ü. A. Höchster Punkt der Gemeinde ist der 2725 m hohe Große Bettelwurf. Absam gehört zu den MARTHA-Dörfern.

Berghütten
Gemeindegliederung

Die Gemeinde Absam besteht aus der einzigen Katastralgemeinde und Ortschaft Absam, Ortsteile sind Absam Dorf und Eichat.

Nachbargemeinden

Geschichte

Ortsgeschichte

In der Zeit von 995 bis 1005 wird der Ort erstmals in den Traditionsbüchern des Hochstifts Brixen als „Abazânes“ bzw. „Abazanes“ genannt.cite-ref-1[1] Die Herkunft des Ortsnamens ist nicht ganz sicher:

1. Das Wort kann eine Eindeutschung vom vulgärlateinischen Flurnamen *abbatiani = ‚dem Abt gehöriges Flurstück‘ sein. Die Genese: *abbatiani > Abazanes > Absan > Absam.
2. Das Wort kann auf den keltischen Personennamen Abudios zurückgehen und als Ausgangswort *Abudianos (‚beim Landgut des Abudios‘) haben.cite-ref-2[2]

In der Absamer Gegend setzte schon früh die Industrialisierung ein, besonders durch den Salzabbau im Halltal.

Marienerscheinung von 1797

Am 17. Jänner 1797 entdeckte die Bauerstochter Rosina Puecher an einer Fensterscheibe ein Marienbildnis, das einem schwarzen Kupferstiche ähnlich war. Es wurde bestätigt, dass der Hausbewohner nichts damit zu tun habe. Man hob den Fensterflügel aus und brachte ihn nach Innsbruck zur Untersuchung. Die Tatsache, dass genau in dieser Zeit großer Not (Seuche und Franzosenbelagerung) das Bildnis der Madonna im Glase sichtbar wurde, wurde als göttliches Zeichen gedeutet.cite-ref-3[3]

Seither kamen und kommen unzählige Wallfahrer, um bei der Absamer Muttergottes Trost und Hilfe zu erbitten.

Bevölkerungsentwicklung

EinwohnerJahr100020003000400050006000700080001860189019201950198020102040EinwohnerEinwohnerentwicklung von Absammw-chart-fbca758a935ea4a446b3ae7fe44d1dbee4bfa242b258d28c6b918e1271df6fee828b86f4c4a7c136b8251084023a84dbfdbe1f774b92dcd207efddf36e4d460c-zr3097990-c0

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch:

Liste der denkmalgeschützten Objekte in Absam

Basilika St. Michael: Am 24. Juni 2000 wurde die Pfarrkirche mit dem Patrozinium hl. Michael zur Basilika minor erhoben. Am rechten Seitenaltar befindet sich das seit dem 24. Juni 1797 verehrte Gnadenbild der Muttergottes. Viele Votivtafeln in der Basilika zeugen von erhörten Gebetsanliegen. Absam ist wegen des Gnadenbilds Marienwallfahrtsort, daher wird die Basilika oft Marienbasilika genannt, obwohl die Basilika selbst nicht dem Patrozinium der Gottesmutter anvertraut ist.
• Ehemaliges Kloster Sankt Magdalena im Halltal

Wirtschaft und Infrastruktur

Sport

• Wintersportmöglichkeiten: Rodelbahn, Absam-Schanzen und Langlaufloipen
• Wanderweg von Absam ins Halltal, wo sich das ehemalige Kloster St. Magdalena und Relikte des Salzbergbaus befinden.

Verkehr

Eisenbahn: Anfang des 20. Jahrhunderts gab es Pläne einer Überlandstraßenbahn, welche Absam und die restlichen MARTHA-Dörfer an Innsbruck angebunden hätte. Diese wurde nie gebaut, jedoch ging 1909 die Lokalbahn Innsbruck–Hall in Tirol in Betrieb, ohne Anbindung an Absam.cite-ref-4[4] Der nächste Bahnhof befindet sich in Hall, welcher über die Ortsbusse erreichbar ist.
Straßenverkehr: Die Dörferstraße (L8) führt über die MARTHA-Dörfer nach Hall und Innsbruck. Von dieser zweigt sich die Gnadenwalder Straße (L225) nach Gnadenwald und Fritzens ab.

Öffentlicher Verkehr: Folgende VVT-Linien der Ledermair Verkehrsbetriebe und Firma Innbus (IVB) verkehren von und nach Absam und den Ortsteil Eichat:cite-ref-5[5]

3: HallEichatGnadenwald
6: Hall – MilsEichat – Hall
7: Hall – Eichat – Mils – Hall
501: Innsbruck – RumThaurAbsam – Hall
502: Innsbruck – Rum – Thaur – AbsamEichat
503: Innsbruck – Rum – Thaur – AbsamEichat – Hall
502N: Innsbruck – Rum – Thaur – AbsamEichat (Nachtbus: Eine Fahrt unter der Woche, Fünf am Wochenende)

Politik

BW

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder, bis 1998 17 Mitglieder.

• Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 1998 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 ÖVP, 5 SPÖ, 2 FPÖ, 2 Absamer Liste und 1 GRÜNE.cite-ref-tirolgrw1998-absam-6-0[6]
• Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2004 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 SPÖ, 5 Absamer Liste ÖVP, 4 Für Absam ÖVP und 2 GRÜNE.cite-ref-tirolgrw2004-absam-7-0[7]
• Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 SPÖ, 5 ÖVP und 2 GRÜNE.cite-ref-tirolgrw2010-absam-8-0[8]
• Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2016 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 SPÖ, 4 ÖVP, 3 ZUKA Philipp Gaugl, 1 GRÜNE und 1 FPÖ.cite-ref-tirolgrw2016-absam-9-0[9]
• Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2022 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 ÖVP, 8 SPÖ, 2 GRÜNE und 1 BFA.cite-ref-tirolgrw2022-absam-10-0[10]

Bürgermeister

• 1992–2004 Michael Mayrcite-ref-11[11]
• 2004–2021: Arno Guggenbichler (Bürgermeister Arno Guggenbichler und Team – SPÖ und Parteiunabhängige)cite-ref-12[12]
• seit 2021: Manfred Schafferer (Bürgermeister Arno Guggenbichler und Team – SPÖ und Parteiunabhängige)cite-ref-13[13]

Wappen

Das 1965 verliehene Gemeindewappen zeigt eine Geige und das Gnadenbild der Basilika. Das Instrument erinnert an einen der berühmtesten Söhne der Gemeinde, den Geigenbauer Jakob Stainer, das Gnadenbild verweist auf die Marienerscheinung von 1797, die Absam zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte Tirols werden ließ.cite-ref-14[14]

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Gemeinde

2021: Arno Guggenbichler, Altbürgermeister

• Jahr: Michael Mayr, Altbürgermeister

Söhne und Töchter der Gemeinde

Franz Colleselli (1922–1979), Volkskundler
Franz Fischler (* 1946), ehemaliger EU-Kommissar, Politiker, Minister
• Josef Holzhammer (1850–1942), Politiker, Mitglied des Abgeordnetenhauses 1908–1911, Abgeordneter zum Tiroler Landtag 1919–1925cite-ref-15[15]
Wolfgang Kattnig (* 1963), Triathlet
Sigmund Kripp (* 1928), Sozialpädagoge
Johannes Obleitner (1893–1984), Bildhauer und Maler
Sebastian Ruf (1802–1877), Priester, Psychologe und Lokalhistoriker
Walpurga Schindl (1826–1872), Schriftstellerin
Jakobus Stainer (1619–1683), Geigenbauer
Max Weiler (1910–2001), Maler

Personen mit Bezug zur Gemeinde

Josef Feistmantl (1939–2019), Rennrodler, Olympiasieger Doppelsitzer 1964
Andreas Linger (* 1981) und Wolfgang Linger (* 1982), Rennrodler, Olympiasieger Turin 2006 und Vancouver 2010
Karl Obleitner junior (* 1929), Bildhauer und Maler
Ernst Vettori (* 1964), Skispringer und Olympiasieger 1992
Pia Maria (* 2003), Sängerin und Teilnehmerin für Österreich beim Eurovision Song Contest 2022

Sonstiges

• In Absam befindet sich die Andreas-Hofer-Kaserne des österreichischen Bundesheeres.
• Absam ist der Standort des Bildungszentrums der Sicherheitsakademie in Tirol
• Die Gemeinde ist Mitglied im Klimabündnis Tirol.
• Die Freiwillige Feuerwehr Absam erhielt im Jahr 2014 den zweiten Platz beim internationalen Conrad-Dietrich-Magirus-Preis für ihre außergewöhnliche Leistung beim Waldbrand auf dem Hochmahdkopf 2014. Sie wurde nur von der Feuerwehr aus Rio de Janeiro geschlagen. Den dritten Platz belegte die Feuerwehr der Insel Lampedusa.cite-ref-16[16]

Literatur

• Michael Laimgruber, Heinz Moser, Peter Steindl (Red.): Absam. Herausgegeben von der Gemeinde Absam, 2008.
• Ingrid Rittler: Hausbriefe – eine Auswertung des Hausarchivs vom „Stindl“ in Absam. In: Andreas Oberhofer, Brigitte Strauß (Hrsg.): Bäuerliche Archive in Tirol. Perspektiven der Dokumentation, Erforschung und Erhaltung (= Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs. Band 54). Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2025, ISBN 978-3-7030-6664-1, S. 195–217.

Weblinks

Commons

: Absam

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikivoyage: Absam

– Reiseführer

• Offizielle Website
• Gemeinde Absam: Offizielle Webseite der Gemeinde in der Tourismusregion Hall-Wattens
Absam. In: geschichte-tirol.com, Datenbank des Vereines „fontes historiae – Quellen der Geschichte“.

Einzelnachweise

cite-note-11. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 138–139, Nr. 172.
cite-note-22. Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols: Herkunft und Bedeutung (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchives. Band 17). Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 3-7030-0449-5, S. 87 ff.
cite-note-33. Das Gnadenbild von Absam. Abgerufen am 24. Oktober 2020.
cite-note-44. ANNO, Innsbrucker Nachrichten, 1908-07-28, Seite 7. Abgerufen am 6. Mai 2025.
cite-note-55. Verkehrsverbund Tirol – Mehr sehen vom Land. Abgerufen am 6. Mai 2025.
cite-note-tirolgrw1998-absam-66. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1998 in Absam. Land Tirol, 15. März 1998, abgerufen am 13. September 2024.
cite-note-tirolgrw2004-absam-77. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2004 in Absam. Land Tirol, 7. März 2004, abgerufen am 13. September 2024.
cite-note-tirolgrw2010-absam-88. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Absam. Land Tirol, 14. März 2010, abgerufen am 13. September 2024.
cite-note-tirolgrw2016-absam-99. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2016 in Absam. Land Tirol, 28. Februar 2016, abgerufen am 13. September 2024.
cite-note-tirolgrw2022-absam-1010. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2022 in Absam. Land Tirol, 27. Februar 2022, abgerufen am 13. September 2024.
cite-note-1111. Parte Michael Mayr Altbürgermeister und Ehrenbürger von Absam. Gemeinde Absam, 2019.
cite-note-1212. Michael Kendlbacher: Bürgermeisterwechsel in Absam: Arno Guggenbichler legt Ende März sein Amt zurück. In: meinbezirk.at. 12. März 2021, abgerufen am 17. April 2021.
cite-note-1313. Michael Kendlbacher: Gemeinderat hat gewählt: Manfred Schafferer ist neuer Bürgermeister von Absam. In: meinbezirk.at. 16. April 2021, abgerufen am 17. April 2021.
cite-note-1414. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 17.
cite-note-1515. Holzhammer, Josef. In: www.parlament.gv.at. Abgerufen am 30. Oktober 2021.
cite-note-1616. Auszeichnung: Platz Zwei für Feuerwehr Absam auf ORF vom 22. November 2014, abgerufen am 22. November 2014.